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Juristische Beratung am Bankschalter

Eine 90 Jahre alte Frau wird von einer Angestellten ihrer Sparkasse im Südhessischen angesprochen, sie solle doch ihre Ersparnisse wegen der derzeit niedrigen Zinsen Gewinn bringender investieren. Die Frau lässt sich glücklicherweise nicht überreden, ist aber ziemlich verunsichert.

Beim nächsten Besuch in der Filiale fragt  dieselbe Mitarbeiterin die Mandantin, ob sie  ihr Testament gemacht hätte.  Sie hat. Daraufhin fragte Sparkassenangestellte weiter, ob das Testament auch „notariell beglaubigt“, sonst sei es nämlich unwirksam. So ein Unsinn!

Die Mandantin geht völlig aufgeregt aus der Bank und kann die ganze Nacht nicht schlafen.

Welche Unverschämtheit  dieser Bankmitarbeiterin! Alte Menschen zu riskanten Anlagen überreden wollen und „ juristische Beratung am Bankschalter“ ohne blassen Schimmer.

Meiner Erfahrung nach ist dies kein Einzelfall.

Meine Mandantin hat klug reagiert! Leider lassen sich viel jüngere Senioren dann auch tatsächlich zu Investitionen überreden, die sie nicht überblicken und tatsächlich auch nicht wollen.

Festzuhalten ist, dass die Beurteilung juristischer Vorgänge nicht ohne Grund Rechtsanwälten und Rechtsanwältinnen vorbehalten ist, die nach einem langen Studium noch zwei Staatsexamina absolvieren mussten, um Rechtsberatung betreiben zu dürfen. Schaltermitarbeiter in Banken und Sparkassen verfügen über keine annähernd vergleichbare  Ausbildung und müssen in  die Schranken gewiesen werden.

Wenn mir wieder ein solcher Fall zu Ohren kommt, fordere ich die Rechtsanwaltskammer auf, gegen diese „Rechtsberatung“ vorzugehen!